Spielberichte 1. Herren 19. und 20.02.2011

Mannschaften

Knossalla wird zum Matchwinner

Bevor das Spitzenspiel gegen Biebrich am Sonntag auf dem Programm stand, musste erst die Aufgabe gegen Preußen Frankfurt II bewältigt werden. Björn meldete sich freitags krank ab, was zu kleinen Personalproblemen führte. Marcel Becker erklärte sich aber dann letztlich bereit uns zu helfen und konnte sogar einen Erfolg zum 9:0 Kantersieg beisteuern.

Preußen Frankfurt trat erwartungsgemäß ohne Sebastian Drescher an und auch Christian Kolbe war verhindert, so dass die Siegchancen der Frankfurter doch nur minimal waren. Die beiden Ersatzspieler der Gäste wehrten sich tapfer und gaben ihr Bestes, was jedoch nicht reichen sollte. Der Unterschied zwischen der 1. Kreisklasse, wo sie sonst auf Punktejagd gehen, und der Hessenliga war deutlich zu sehen. Dennoch entwickelten sich einige spannende Spiele, die erst im Entscheidungssatz einen Sieger finden sollten. Thomas und Stefan lagen bereits mit 0:2 Sätzen zurück, bevor man eine Aufholjagd startete und das Match noch drehen konnte. Die beiden weiteren Doppel wurden klar gewonnen, was die 3:0 Führung bedeutete. Thomas ließ seinem Kontrahenten Bodien nur wenige Möglichkeiten sich zu entfalten und feierte einen deutlichen 3:0 Erfolg. Andre musste sich mit dem Spitzenspieler der Gegner auseinandersetzen. Es entwickelte sich ein ausgeglichenes Match, welches in allen Sätzen erst in der Endphase des jeweiligen Durchgangs entschieden werden sollte. Andre konnte sich im richtigen Zeitpunkt steigern und sorgte mit seinem 3:1 Erfolg für eine beruhigende 5:0 Führung. Timo hatte mit seinem Kontrahenten Schulze nur wenige Probleme und bestätigte seine gute Form mit einem ganz souveränen 3:0 Erfolg. Ganz anders sollte es bei Stefan laufen, der aufgrund einer Grippe körperlich nicht in Topform war. Es war daher auch nicht verwunderlich, dass hier die Entscheidung im letzten Satz fallen musste. Die Gäste aus Frankfurt wollten  ihren ersten Zähler erspielen, doch Stefan ließ den Ehrenpunkt nicht zu. Ein knapper 3:2 Erfolg gegen einen sehr guten Mansky sorgte für die 7:0 Führung. Die beiden Erfolge von Nasdi und Marcel waren völlig ungefährdet, so dass wir, im Hinblick auf das Spielverhältnis, mit dem 9:0 Erfolg ein sehr gutes Ergebnis erzielen konnten.

Preußen Frankfurt ist zu wünschen, dass sich Sebastian Drescher schnell wieder erholt, auch wenn er in der Rückrunde der Mannschaft nicht mehr zur Verfügung steht. Spielt man in den wichtigen Begegnungen in stärkerer Formation, sollte am Ende der Klassenerhalt sicher zu erreichen sein.

© Max Bochmann

Das Spitzenspiel zwischen Staffel und Biebrich hielt was es versprach. Viele hochklassige Ballwechsel und spannende Matches sorgten dafür, dass diese Begegnung zu einem Highlight wurde. Insbesondere die vielen Zuschauer kamen auf ihre Kosten und sorgten für eine tolle Stimmung. Im Vorfeld der Partie herrschte kein großer Optimismus, denn Krankheiten und Verletzungen machten uns einen Strich durch die Rechnung. Ronny war zu Hause gestürzt und fiel mit einer Rippenprellung aus. Stefan und Björn drohten mit Grippe auszufallen und waren daher gesundheitlich angeschlagen. Obwohl Biebrich am Vortag ein schweres Spiel in Dorchheim zu bestreiten hatte, konnten wir unter diesen Voraussetzungen nicht unbedingt mit einem positiven Verlauf rechnen. Im Hinblick auf die restliche Saison wussten wir, dass uns nur ein Sieg helfen würde. Die Entscheidung war daher früh gefallen, Ronny auf den Spielberichtsbogen zu schreiben, um nicht die gesamte Mannschaft aufrücken zu lassen.  Am Ende sollte sich diese Alternative als Glücksfall herausstellen.

Thomas und Stefan erwischten keinen guten Start in die Begegnung und konnten sich nie richtig frei spielen. Frey und Koziarski hatten stets die bessere Antwort und machten nur wenige Fehler. Leider gelang es Thomas und Stefan ihrerseits nicht, die „unforced Errors“ abzustellen und sich in das Match hinein zu kämpfen. Eine unerwartet deutliche 0:3 Niederlage war das Ergebnis, das so sicherlich nicht eingeplant war. Bis zum 2:0 und 6:3 sah es so aus, als ob auch das zweite Biebricher Doppel Lilienthal/Ay ungefährdet bleiben sollte. Björn und Andre waren bis zu diesem Zeitpunkt völlig chancenlos und hatten kein Rezept, um das Spitzendoppel des Gegners zu knacken. Ein langer Ballwechsel sollte dann die Wende einläuten. Immer häufiger fanden die Topspins ihr Ziel und es wurden kaum noch einfache Fehler produziert. Eine tolle Aufholjagd, die mit einem nicht eingeplanten 3:2 Erfolg gekrönt wurde. Nasdi und Timo sind noch ungeschlagen und dass sollte auch am Sonntag so bleiben. Mit sicherem Blockspiel und ausgewogenem Offensivspiel brachten sie den beiden Biebrichern die zweite Saisonniederlage bei.  Mit einer 2:1 Führung ging es dann in die Einzel.

Im vorderen Paarkreuz gab es nur wenige Möglichkeiten zu punkten, da die beiden Einzel von Ronny kampflos abgegeben wurden. Die gesamte Verantwortung lag nun auf Thomas Schultern, der sich zumindest im Einzel gegen die Nummer zwei der Gäste Chancen ausrechnete. 0:1 Sätze und 1:10 war die traurige Zwischenbilanz, die nur wenig Grund zur Hoffnung bot. Es kam jedoch, wie es kommen musste. Thomas holte Punkt für Punkt auf und sicherte sich noch diesen Satz. Fortan entwickelte sich ein offener Schlagabtausch mit vielen langen Rallys. Der 3:2 Erfolg sollte jedoch nicht sein einziger an diesem Tag werden.

20 Jahre Aufschlagerfahrung gegen Ay wären am Ende zu wenig gewesen, wenn Andre seinen Heimvorteil nicht ausgenutzt hätte. Einzig die Aufschläge hielten Andre gegen einen, spielerisch an diesem Tag, besseren Sami Ay im Spiel. Bei 6:6 im 5. Satz brachten dann drei „tödliche“ Kanten- und Netzbälle die Entscheidung. Ein glücklicher Sieg, der die 4:2 Führung brachte. Björn lieferte sich ein tolles Match mit Le, der mit seinen guten Aufschlägen und der starken Vorhand zu überzeugen wusste. Im 4. Satz hatte Björn bereits einen Matchball, den er leider nicht verwerten konnte. Im 5. Satz sah Björn dann schon wie der sichere Sieger aus, als er mit 7:4 in Führung gehen konnte. Leider fehlte ihm die Konstanz, um das Spiel  nach Hause zu bringen. Le sollte bei 10:9 seinen ersten Matchball direkt verwandeln und den Rückstand auf 3:4 verkürzen. Im hinteren Paarkreuz rechneten wir uns leichte Vorteile aus. Stefan hatte mit Frey eine sehr schwere Aufgabe zu lösen. Die Ergebnisse aus der Vergangenheit sprachen jedoch eine klare Sprache, denn Stefan blieb in den letzten Partien immer siegreich. Bis zum 6:1 im 5. Satz sah es auch nach einem weiteren Erfolg für Stefan aus, doch Frey spielte sich in einen richtigen Rausch und ließ Stefan kaum noch Chancen. Mit 7:11 unterlag Stefan und musste in einer sehenswerten Partie Frey zum Sieg gratulieren. In einem ausgeglichenen Match zeigte Nasdi große Nervenstärke gegen Sangals. Nasdi entschied zwei Verlängerungen für sich und wehrte dabei vier Satzbälle ab. Sein wichtiger 3:1 Erfolg brachte uns die 5:4 Führung. Nun sollte ein Spiel folgen über das in Staffel noch länger gesprochen werden wird. Thomas hatte mit Lilienthal einen herausragenden Abwehrspieler zum Gegner. Lilienthal konnte in der bisherigen Saison nur einmal bezwungen werden und ging als haushoher Favorit in das Spiel. Thomas hatte sich in den letzten Wochen gut auf Abwehr vorbereitet und wollte seine Außenseiterchance nutzen. In einem hochklassigen Match wussten beide Akteure die Zuschauer zu begeistern. Thomas spielte voll auf Angriff und setzte Lilienthal ständig unter Druck. Im 4. Satz hatte Thomas bereits einen Matchball, den er nicht nutzen konnte. Nach dem 18:16 und dem 2:2 Satzausgleich von Lilienthal, rechnete jeder damit, dass Thomas nun der ganz lange Atem fehlen würde. Er belehrte aber alle „Experten“ eines Besseren. Im 5. Satz musste er zwei Matchbälle abwehren und konnte beim 14:12 selbst seinen dritten  Spielball  zum Sieg nutzen. Die Zuschauer spendeten beiden Akteuren nach dem Match einen langen Applaus für ein phantastisches Spiel.

Es sollte bei 6:5 ins mittlere Paarkreuz gehen. Andre zeigte eine völlig desolate Leistung. Ohne Rückhand und am Ende auch ohne Vorhand ist es ganz schwer gegen einen so starken Gegner wie Le zu bestehen, der einen verdienten 3:1 Erfolg feiern durfte. Bei 6:6 musste nun Björn in die Box, der sich mit dem erfahrenden Sami Ay auseinander zu setzen hatte. Eine Partie ohne echte Höhepunkte und die von vielen Fehlern lebte. Björn führte bereits mit 2:0 Sätzen, bevor sich Ay in das Spiel zurück kämpfte. Bei 2:1 Sätzen konnte Björn eine kurze Konzentrationsschwäche von Ay zum Sieg nutzen. Die 7:6 Führung bescherte uns nun zumindest die Option auf ein Schlussdoppel. Stefan wollte seine Niederlage ausmerzen und ging zu verkrampft in das Spiel. Sangals zeigte sich voll auf der Höhe und wollte den wichtigen Ausgleich für seine Mannschaft erzielen. Bei 9:7 im 5. Satz sah Sangals auch schon wie der sichere Sieger aus, denn Stefan konnte sich nicht auf seinen Gegner einstellen. Stefan zeigte jedoch, dass mit ihm in knappen Spielen immer zu rechnen ist. Die folgenden vier Punkte gingen alle auf das Konto von Stefan, der mit seinem Erfolg die 8:6 Führung brachte. Nasdi sollte nun den entscheidenden Punkt erspielen, was gegen einen starken Frey eine schwere Aufgabe werden sollte. Nasdi wusste im 1. Satz auch noch zu überzeugen, war aber in den folgenden Sätzen chancenlos. Frey war an diesem Tag eine Nummer zu groß und konnte mit seinem Erfolg auf 7:8 verkürzen.

Das Schlussdoppel musste also die Entscheidung bringen. Die Zuschauer waren sich nicht einig, wer hier als Favorit gelten sollte. Eine offene Partie, die über den Aufstieg entscheiden könnte. Schnell zeigte sich, dass Thomas und Stefan an ihre Chancen glaubten. Mit Geduld und Disziplin wurde schnell eine 2:0 Satzführung erspielt und Lilienthal/Ay schienen ziemlich ratlos, da insbesondere Stefan eine glänzende Partie absolvierte und fast keinen Fehler machte. Das Bild sollte sich auch nicht mehr ändern. Mit einer taktisch hervorragenden Leistung konnte das Doppel mit 11:6, 11:7, 11:7 gewonnen werden. Der 9:7 Erfolg war nicht zu erwarten und wenn man sich die einzelnen Partien betrachtet, dann muss man ihn als sehr glücklich bezeichnen. Die Ausgangslage hat sich dadurch erheblich verbessert, denn bei vier Punkten Vorsprung auf Biebrich ist der Aufstieg nun in greifbare Nähe gerückt. Auch wenn die kommenden Partien gegen Erbenheim und Darmstadt nicht zu unterschätzen sind, haben wir es jetzt in den eigenen Händen.

Videoimpressionen vom Spiel: